Berlin Pride

 

Der Berliner CSD e.V. hat seine Kampagne für 2026 unter dem Motto „Haltung ist hot“ gestartet. Die Botschaft der diesjährigen Pride ist klar, und wie unsere Projektforschung zeigt, gilt dasselbe auch für inklusive Sprache in der Erwachsenenbildung: Eine Haltung braucht echte Unterstützung – sowohl von Institutionen als auch von der Zivilgesellschaft.
In diesem Jahr findet die Berlin Pride erstmals an zwei Tagen statt. Eine „Democracy Night“ eröffnet die Veranstaltung am Freitag, den 24. Juli, am Brandenburger Tor, und die Hauptdemonstration folgt am Samstag, den 25. Juli. Die Kampagne verknüpft das Wochenende mit der Berliner Wahl 2026 und der Forderung nach einer offenen, demokratischen Gesellschaft. Sie betont, dass diese offene Gesellschaft aktiv verteidigt werden muss und dass die Strukturen, die queeres Leben schützen, nicht allein durch den guten Willen Einzelner aufrechterhalten werden können. Sie müssen von Institutionen finanziert und unterstützt werden.
Im Rahmen der Forschungsphase unseres Projekts haben wir untersucht, wie inklusive Sprache für LGBTQIA+-Migrant*innen in der Erwachsenenbildung verstanden und angewendet wird. Bei Sekundärrecherchen, Fokusgruppen und Interviews zeigte sich immer wieder dasselbe Muster: Wo inklusive Sprache im Unterricht funktioniert, liegt das meist daran, dass sich eine*r Lehrende*r damit auseinandergesetzt und entschieden hat, dass sie wichtig ist – nicht an strukturierter Unterstützung oder institutioneller Rückendeckung. Daher ist das diesjährige Pride-Motto vielsagend. „Haltung“ ist der Ausgangspunkt. Die Schaffung inklusiver Unterrichtsräume und Räume muss mit der Unterstützung von Institutionen erfolgen. Das bedeutet, inklusive Sprache in die Lehrpläne aufzunehmen, das Personal, das den Unterricht gestaltet, zu schulen, ihm geeignete Instrumente an die Hand zu geben und die vielfältigen Lebenserfahrungen von LGBTQIA+-Migrant*innen zu berücksichtigen.
Genau dafür ist das Handbuch konzipiert. Es schafft eine gemeinsame Praxis mit vereinbarter Terminologie, Unterrichtsaktivitäten, die ein Kursleiter übernehmen und durchführen kann, sowie Leitlinien, die eine Organisation als eigene übernehmen kann. Es gibt engagierten Pädagogen eine Grundlage, auf die sie sich stützen können, und bietet ihrer Institution einen konkreten Weg, sie zu unterstützen.
Pride fordert die Menschen dazu auf, Stellung zu beziehen, und „Go Inclusive“ gibt der Erwachsenenbildung ein Mittel an die Hand, diese Haltung zu festigen.

Quelle: Berliner CSD e.V., csd-berlin.de/kampagne
https://csd-berlin.de/kampagne